Meine ganz persönlichen Erfahrungen auf dem 44. ICMS 2009 in Kalamazoo (7.-10. Mai)

, 20 Mai 2009 13:28

Programm

Nach vier erlebnisreichen Tagen ging am 10. Mai 2009 der ICMS in Kalamazoo zu Ende. Vier Tage auf dem Kongress in K’zoo bedeutete viele spannende Veranstaltungen, viele interessante, nette und intelligente Menschen, viel Spaß und wenig Schlaf. Hier mein Eindrücke von einem Event, das in seiner Art sicher einmalig ist.

Mittwoch, 6. Mai – Ankunft in Kalamazoo

Zuersteinmal: Ja, es gibt wirklich ein Kalamazoo ;) , im US-Bundestaat Michigan.

Mein Flug ging von Berlin über Amsterdam (wo ich 5 Stunden Aufenthalt hatte) und Detroit nach Kalamazoo. Ich kam Mittwoch 18:00 am Battle Creek International Airport an. Durch die 6 Stunden Zeitverschiebung war es in Deutschland bereits Mitternacht. Ich hatte einen wirklich komfortablen Flug mit großartigem Service. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich nach einer über 20-stündige Reise so gut fühlen würde. Am Flughafen gab es eine kleine Menschenansammlung, und einige von der Presse waren auch vor Ort. Nein, diese Menschen waren nicht gekommen, um die Medieval-Congress-Teilnehmer zu empfangen, sondern wie wir bald erfuhren, sollte hier auch gleich ein „American Idol“-Teilnehmer landen (das Pendant zu „Deutschland sucht den Superstar“), der aus Kalamazoo stammt und es bis unter die letzten 5 geschafft hat. In der 72.000-Einwohner-Stadt Kalamazoo war das natürlich ein Ereignis :D .

Blick über den Campus der Western Michigan University

Blick über den Campus der WMU

Mich und auch einige andere Kongressteilnehmer interessierte das nicht so sehr, wie der Busfahrer unseres Shuttles entsetzt festellen musste. Der Bus fuhr uns direkt zur Anmeldung der Western Michigan University. Es war wirklich alles bestens hier organisiert. (Sie hatten sogar extra Hinweise zum Vorbeugen gegen die Schweinegrippe aufgehängt). Das Einchecken verlief ganz problemlos. Mein Zimmer befand sich in einem anderen Gebäude ganz in der Nähe.

Mein Zimmer

Ich brachte mein Gepäck auf’s Zimmer. Ich hatte im Vorfeld schon erfahren, dass die Zimmer ein sehr einfaches Niveau haben würden. Das machte mir nichts aus. Und ich muss im Nachhinein bestätigen, dass man auf nahezu jeden Luxus verzichten kann, wenn man dafür den Luxus hat, direkt auf dem Campus zu wohnen. Denn neben dem nostalgischen Effekt heißt das auch, keine kostbare Kongresszeit mit unnötig langem Heimweg verschwenden zu müssen.

Mein Zimmer - Einfach aber zweckmäßig

Mein Zimmer - Einfach aber zweckmäßig

Eines gab es jedoch, an dem ich mich schon störte: Das Badezimmer lag zwischen zwei Zimmern und wurde von diesen gemeinsam genutzt. Leider ließ sich das Bad von innen nicht verriegeln und die Toilette im Badezimmer hatte keine extra Tür. Das heißt mit etwas Glück konnte man von dem Bewohner des Nachbarzimmers überrascht werden. Ich persönlich empfehle das Singen und Pfeifen auf der Toilette. Zumindest hat es bei mir funktioniert; ich blieb stets allein im Badezimmer :) . Außerdem kann ich jedem nur empfehlen, sich eine eigene Decke mitzubringen. Die zur Verfügung stehenden Decken sind sehr dünn und abgenutzt. Das Wetter in Kalamazoo war sehr mild, doch wie ich von anderen hörte, haben diese hier auch schon einen Kälteeinbruch miterlebt und ordentlich gefroren. K’zoo ist sehr bekannt für seine starken Wetterschwankungen. Ich habe mir an der Rezeption eine zusätzliche Decke geben lassen. Da die Einzelzimmer stets Doppelzimmer sind, hatte ich ausreichend Platz. Nachdem ich meine Sachen untergebracht hatte, hängte ich mir brav mein Namensschild um den Hals und ging zurück in das andere Gebäude, um mich etwas umzusehen.

Kontakte knüpfen, Menschen treffen – Mein erster Abend

Ich kam gleich mit einigen Leuten ins Gespräch obwohl ich abgesehen von einer Person niemanden kannte. Die Namensschilder sind wirklich eine tolle Sache. Ein kurzer Blick auf das Schild und man weiß, wen man vor sich hat und an welcher Uni derjenige tätig ist. Titel werden übrigens vernachlässigt, da jeder auf dem Kongress gleichgestellt sein soll. Dieser Blick verriet mir auch, dass der nette Herr, der sich verzweifelt daran versuchte, meine Getränkeflasche zu öffnen, ein Professor war, der mir vor einigen Jahren mal sehr behilflich bei einer Übersetzung war. Eine wirklich witzige Situation. Nun hatte ich auch ein Gesicht zu dem Namen. Alle Menschen hier waren wirklich sehr kontaktfreudig und freundlich. Ich traf überraschender Weise auch gleich den Professor, durch den ich auf diesen Kongress gelangt bin. Bei ca. 3000 Teilnehmern die erwartet wurden war das nicht selbstverständlich.

Ich wurde sehr herzlich in den Stammkreis aufgenommen, und wir entschlossen uns, noch etwas trinken zu gehen. Und schneller als ich „Kalamazoo“ sagen konnte, fand ich mich mit netten Menschen in einem Pub wieder. Ich konnte es nicht lassen und probierte natürlich ein (amerikanisches) Budweiser. Ich wollte mich gern selbst davon überzeugen, ob das was man so über das Bier hier erzählt auch tatsächlich stimmt. Ich hatte gute Vergleichsmöglichkeiten, denn nur zwei Tage zuvor hatte ich in Berlin gerade (tschechisches) Budweiser getrunken. Mein Fazit: Gleicher Name heißt nicht zwangsläufig gleiches Bier und schon gar nicht gleicher Geschmack. Da hat einfach jemand verpasst, sich das internationale Markenrecht zu sichern, so dass es unter dem gleichen Namen zwei Biersorten von völlig unterschiedlichem Geschmack gibt. Der Unterschied ist einfach zu beschreiben: Das tschechische Budweiser hat Geschmack, das amerikanische nicht. Ich ließ mir sagen, dass man sich trotz des dünnen Geschmacks nicht täuschen lassen sollte. Der Alkoholgehalt ist doch ähnlich. Nun aber genug zum Thema Bier ;) .

Ausflug zu einem nahegelegenen Restaurant

Ausflug zu einem nahegelegenen Restaurant am Samstag

Ich hatte einen wunderbaren Abend und bekam durch all die netten Menschen das Gefühl wirklich auf dem Kongress angekommen zu sein.

Ein weiteres Fazit an diesem Abend: Beim Verteilen der Jetlags wurde ich auf mysteriöse Weise übersehen. Ich war mittlerweile 27 Stunden auf den Beinen und lag schließlich Mitternacht k.o. doch bestens gelaunt in meinem Bett.


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2 Kommentare

  1. Max Siller
    23 Mai 2009 17:51
    1

    Dieser Bericht gibt das alljährliche “Ereignis” Kalamazoo perfekt wieder, wie ich bestätigen darf, nachdem ich nach meinem 6. Besuch en suite (jeweils mit Vortrag) grad wieder an der Heimatuni – mit neuer Kraft! – im Einsatz bin (allerdings schon wieder mit Schlafdefizit nach einer Ravenna-Exkursion)
    Danke, Sandra!

  2. 2

    Was fuer ein schoener, ausfuehrlicher und lebhafter Bericht!
    Danke, Sandra!

    Dann bis zum naechsten Jahr…..
    Susanne

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