Oster-Kloster-Fest 2009 in Chorin
Sandra Martini, 28 April 2009 17:41
Das „Oster-Kloster-Fest“ feierte dieses Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Vom 9. bis 13. April hatten Mittelalterbegeisterte die Möglichkeit sich in eine andere Zeit versetzen zulassen. Organisatoren waren, wie jedes Jahr, „Spilwut“.
Ich habe mich am Ostersonntag auf die Spuren dieses Mittelalterspektakels begeben.
Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, in dem das Wetter kalt und ungemütlich war, wurde der Besucher dieses Jahr mit bestem sonnigen und warmen Osterwetter belohnt. Schonmal eine ideale Voraussetzung.

Übung mit Pfeil und Bogen
Neben zahlreichen Verkaufsständen, die Waren unterschiedlichster Art anboten – von Kleidung und Schmuck über Schwerter, Armbrüste, Pfeil und Bogen und was man sonst noch so von Mittelaltermärkten gewohnt ist und erwartet – gab es einiges an Kunsthandwerken zu sehen. Für Groß und Klein gleichermaßen genutzt wurde das Angebot zahlreiche Dinge selbst auszuprobieren, wie Bogenschießen und Axtwerfen. Für Kinder besonders interessant waren das handbetriebene Holzkarussel, die vielen Tiere zum Streicheln und natürlich die Holzschwerter für all die kleinen Ritter.
Das große Passionstheater mit ca. 50 Akteuren spielte Stücke zum Thema Leben und Tod im Mittelalter. Natürlich wurden auch die ernsten Themen, wie üblich im Mittelalter, mit ausreichend Komik dargeboten, so dass nicht wirklich Schwermütigkeit aufkommen konnte. Musikalisch reichten die Darbietungen vom Minnesang bis zum derben Tanzlied. War man erschöpft vom Schlendern über den staubigen strohbedeckten Festplatz, konnte man sich mit allerhand Köstlichkeiten stärken: Es gab Suppen, Gebäck, Fladen, Leckeres aus der Garbräterei, Gemüsespieße und vieles mehr. An Getränken konnte man kühlen Met, leckere Obstweine, Bier und Säften zu sich nehmen.

Badehaus mit Feuerkessel
Sehr interessant fand ich persönlich das Badehaus mit Feuerkessel. Leider habe ich nicht miterlebt, wie jemand in die großen Holzzuber und in das Gefühl des mittelalterlichen Badens eintauchte, was ich mal den eh schon warmen Temperaturen zuschreiben würde.
Im Vorfeld hatten Living-History-Gruppen die Möglichkeit sich anzumelden, um dort ihre Lager aufzuschlagen. Das unterscheidet das „Oster-Kloster-Fest“ von den üblichen Mittelaltermärkten und verleiht dem einen ganz besonderen Flair, denn gerade das Mitwirken dieser Gruppen lässt einen Einblick in das mittelalterliche Leben erahnen. Auch wenn es natürlich dennoch um einiges komfortabler ist, als vor vielen hundert Jahren.

Zwei Wahrsager
Eine gewandete Dame, die dieses extravagante „Camping“-Angebot angenommen hatte und mit ihrer Gruppe ihr Lager umgeben von mittelalterlichem Treiben errichtete, gab offen zu, dass sie gern auf die Toilettenangebote und die Seife heutiger Zeit zurückgreife. Ein Aussteller warb an seinem Stand mit folgendem Schild: „Wir sind unserer Zeit immer etwas voraus: Deshalb können sie bei uns auch mit EC-Karte bezahlen!“ Was mich zum Schmunzeln brachte, wird bei Anderen sicher wieder kontroverse Debatten auslösen.

Musikanten
Mein Fazit: Ein nettes, gelungenes mittelalterliches Spektakel für wirklich jedermann. Jeder konnte auf seine Weise ein Stück Mittelalter erleben und sich dabei wohlfühlen. Ob mittelalterlich gewandet oder nicht, ob Mitwirkender oder Zuschauer, ob Groß ob Klein, jeder konnte für einige Zeit in die Welt des Mittelalters eintauchen oder auch ein Teil von ihr sein. Und wer anschließend noch etwas Energie hatte, der konnte bei einem Osterspaziergang in den umliegenden Wäldern die Eindrücke des Tages verinnerlichen.

Blick auf das Kloster Chorin
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